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Leitbild der Stadt Echternach für eine nachhaltige Entwicklung


 

 

 

 

1. Einleitung

Die Gemeinde Echternach hat im Jahr 2013 den Vertrag zum Klimapakt unterschrieben und im Gemeinderat bestätigt.

Im Rahmen des „Klimapakt“ beabsichtigt die Gemeinde Echternach in diesem Jahr die Auszeichnung „Klimapakt 40%“ sowie im nächsten Jahr die Auszeichnung „European Energy Award 50%“ zu erreichen.

„Echternach – Energiesparstadt und Klimaschutzkommune“

Die Integration einer nachhaltigen Energie- und Klimaschutzpolitik in allen Entwicklungs- und Lebensbereichen ist Ziel der Stadtentwicklung. Die Stadtverwaltung übernimmt eine aktive Vorbildfunktion. Mit einem aktiven Marketing und einer Vielzahl von Projekten und Maßnahmen soll eine deutliche Verringerung der CO2-Emissionen erreicht, sowie die Bevölkerung in den Prozess mit eingebunden werden.

2. Vier Grundbereiche

Das Energieleitbild auf Basis des Klimapaktes umfasst sechs Maßnahmenkategorien (siehe Grafik) welche in folgende vier Grundbereiche zusammengefasst werden:
• Energieeffizienz,
• Alternative Energien,
• Mobilität
• Klimaschutz und Klimafolgenanpassung.

Die Schwerpunkte der vier Bereiche werden in den anschließenden Kapiteln erläutert.

 

 

2.1 Energieeffizienz

Bei Neubau-, Sanierungs-, Modernisierungsmaßnahmen sowie im Zuge der laufenden Betriebsoptimierung im städtischen Gebäudebestand realisiert die Stadt bauliche und technische Lösungen, die unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen und ökologischen Nachhaltigkeit eine höchstmögliche Energie- bzw. Ressourceneffizienz gewährleisten. Die Stadt orientiert sich dabei stets an dem aktuellsten Stand der Wissenschaft und Technik.
Diese Grundsätze sollen aus Sicht der Stadt ebenso für private sowie gewerbliche Gebäude und Anlagen gelten. Hierzu unterstützt die Stadt den Ausbau von Beratungsangeboten im privaten sowie gewerblichen Bereich und verstärkt ihre Zusammenarbeit mit den Kammern, Wohnungsunternehmen und sonstigen Multiplikatoren.
Bei der Bewirtschaftung der stadteigenen Liegenschaften sowie im städtischen Beschaffungswesen sind Energieeffizienz, Umwelt- und Klimaschutz wichtige Beachtungskriterien. Es erfolgt eine regelmäßige Erfassung und Auswertung der Verbrauchswerte der kommunalen Gebäude und Anlagen, mit dem Ziel, die Energieeffizienz der kommunalen Gebäude stetig zu steigern. Dabei können zum einen schnell Problemfälle erkannt und behoben sowie zum anderen der Erfolg realisierter Maßnahmen dokumentiert werden. Nachhaltige Strategien zur Nutzung CO2-ärmerer Antriebskonzepte für den städtischen Fuhrpark sind zu entwickeln und umzusetzen.
Bei der Neuerrichtung von Straßenbeleuchtung greift die Stadt nur noch auf die energieeffizientesten Systeme, wie z. B. LED, zurück, sofern die Wirtschaftlichkeit gegeben ist.

2.2 Alternative Energien

Die Versorgung der Stadt mit einem größtmöglichen Anteil an heimisch erzeugter erneuerbarer Energie ist zentrales Anliegen der Echternacher Energiepolitik. Energieversorgung auf Basis erneuerbarer Energien und Kraft-Wärme-Kopplungsprozessen, insbesondere Photovoltaikanlagen, Geothermieanlagen und Holzschnitzel/Pellet-Heizungen werden durch gezielte Aktionen und Anreize unterstützt.

Der Bau einer Biogasanlage bzw. einer Holzvergasungsanlage neben der bestehenden Kläranlage soll geprüft werden. Das produzierte Biogas soll, wenn möglich, in das neue Erdgasnetz eingespeist werden.
 
Außerdem wird die Nutzung geeigneter Dachflächen für Photovoltaik- und Solarthermieanlagen von der Stadt gefördert. Ein Solarkataster wird hierfür kurzfristig erstellt werden. 

Im Sinne des bürgerschaftlichen Engagements stellt die Stadt in ihrem Eigentum befindlich Dachflächen für Bürgersolaranlagen zur Verfügung und unterstützt entsprechende Betreibermodelle, wie bspw. die Gründung von Energiegenossenschaften.

2.3 Mobilität

Der Mobilitätssektor bedingt etwa ein Viertel des Energieverbrauchs und der CO2-Emissionen im Stadtgebiet, weswegen ihm zur Erreichung der gesteckten Energieeffizienz- und Klimaschutzziele eine große Bedeutung beigemessen wird. Die Stadt unterstützt daher Maßnahmen für eine klimafreundliche Mobilität mit dem Fahrrad, zu Fuß und mit öffentlichen Verkehrsmitteln im Alltagsverkehr sowie alternative Antriebs- und Beförderungskonzepte (zB. Carsharing, Fahrradverleih usw.). Die damit verbundenen Maßnahmen aus relevanten städtischen Planungen und Konzepten mit Bezug zum Verkehr werden zielgerichtet umgesetzt.

Der ÖPNV wird in seiner Struktur gesichert und das Angebot bedarfsgerecht optimiert. Das Busliniennetz und die Verknüpfungspunkte werden mit Unterstützung der Stadt weiterentwickelt und verbessert. Die eingesetzten Beförderungsmittel werden in ihrer Wirtschaftlichkeit an den Bedarf angepasst.

Im Bewusstsein ihrer Vorbildrolle nutzt die Stadtverwaltung umweltfreundliche Fortbewegungsmittel. Die zunehmende Nutzung von  alternativen Antriebstechnologien, wie zB. Elektrizität, Hybrid Erdgas/öl, in der Verwaltung sowie für Bürger und Gäste wird durch entsprechende Maßnahmen unterstützt.
Die Situation für Fahrradfahrer soll in der Stadt deutlich aufgewertet werden. Dafür wird u. a. die Infrastruktur für Fahrradfreizeitaktivitäten und das Angebot für Fahrradabstellmöglichkeiten stetig angepasst sowie verbessert.
Bei der Siedlungs- und Gewerbeentwicklung wird auf eine Stärkung der Kernstadt fokussiert, um so kurze Wege in einer kompakten Struktur zu ermöglichen, nachhaltig Energie einzusparen und verkehrsbedingt Emissionen zu reduzieren.

2.4 Klimaschutz und Klimafolgenanpassung

In der Raumplanung werden Energie- und Umweltaspekte stets berücksichtigt. Bei der Entwicklung von Bauflächen wird auf einen schonenden Umgang mit der Natur und Umwelt geachtet. Die Möglichkeiten der Einflussnahme im Rahmen der Bauleitplanung und bei sonstigen städtebaulichen Sanierungs-, Umbau- und Planungsmaßnahmen für mehr Energieeffizienz und Klimaschutz werden von der Stadt dabei ausgeschöpft. Die
Reaktivierung von Brachflächen sowie die Nachverdichtung im Innenbereich haben Vorrang gegenüber der Außenentwicklung.

Ein Abfallkonzept wird erstellt, das die Entsorgung und energetische Wiederverwertung des kommunalen Abfalls beschreibt. Die Stadt Echternach vermittelt den Bürgern ein 
fachgerechtes Entsorgungsverhalten und informiert sie über die Vorteile eines geregelten Abfallverwertungsprozesses

Die Verbesserung des Hochwasserschutzes ist für die Stadt eine Daueraufgabe. Neben der Errichtung von Schutzbauwerken werden die Bauleitplanung und die sonstige städtebauliche Planung sich konsequent an Hochwasserschutz und -vorsorge orientieren. Die Stadt unterstützt die Verringerung der Umweltzerstörung durch Folgeschäden, indem sie Anreize schafft, alle Heizanlagen auf Heizöl-Basis in den hochwassergefährdeten Gebieten im Stadtgebiet so schnell wie möglich auszutauschen.

Die Stadt trägt dafür Sorge, dass ausreichend Frischluftschneisen die Durchlüftung der Stadtgebiete gewährleisten sowie Stadtgrün die Aufheizung im Sommer reduziert und sich damit negative Hitzeauswirkungen insgesamt vermindern.

3. Ziele (mit Indikatoren)

Quantifizierte, realistisch gesteckte Ziele helfen, den Umsetzungsprozess zu steuern, die richtigen Maßnahmen auszuwählen und sukzessive zu realisieren. Zudem wird ein laufendes Monitoring durch die Vergleichbarkeit von Indikatoren erleichtert. Bei der Quantifizierung der Echternacher Ziele wird jeweils vom Referenzjahr 2013 ausgegangen.
Da zurzeit noch nicht alle energierelevanten Verbrauchsdaten vorliegen, muss das Leitbild nächstes Jahr überarbeitet und mit quantifizierten Zielsetzungen ergänzt werden.

Anschließend werden für folgende Bereiche verbindliche Ziele definiert:

- Elektrische Energie, Produktion
- Elektrische Energie, Verbrauch
- Thermische Energie, Verbrauch
- Mobilität

Derweil gelten die Ziele der Europäischen Union*:

- Die Senkung der Treibhausgasemissionen bis 2030 um mindestens 40% gegenüber 1990.
- Den Anteil der erneuerbaren Energien am Energiebedarf bis 2030 auf mindestens 27% zu erhöhen.
- Eine Energieeinsparung in Höhe von 27% bis 2030.

Langfristig wird das Ziel einer 2000 Watt-Gesellschaft verfolgt. Gemäss dieser Vision sollte der Energiebedarf jedes Anwohners einer durchschnittlichen Leistung von 2000 Watt entsprechen.

4. Umsetzungs-Leitlinien

Die Weiterführung des European-Energy-Award®-Prozesses sowie die Umsetzung der Maßnahmen und Ziele aus dem Integrierten Energie- und Klimaschutz-konzept sind Grundvoraussetzung für eine positive integrierte Stadtentwicklung.

Ziel ist die konsequente Umsetzung von Energieeffizienzmaßnahmen bei Sanierungs-, Modernisierungs- oder Umbauvorhaben sowie der verstärkte Einsatz von erneuerbaren Energien für eine stärkere CO2-Reduktion.

Die konsequente Umsetzung des ÖPNV-Konzepts, die Nutzung der Potenziale zur Reduzierung des Individualverkehrs und zur Nutzung alternativer Antriebssysteme im Individualverkehr und im ÖPNV sowie dem Ausbau des Radwegesystems sind Aufgaben zur Erreichung der Klimaschutzziele und zur Verbesserung des Wohnumfeldes unserer Bürger. Die lufthygienischen und lärmbedingten Probleme müssen durch Beschränkungs- und Entwicklungsmaßnahmen und den technischen Fortschritt weiter verbessert werden.

Die neuen Rahmenbedingungen der Energiewende erfordern auch in Echternach den umfassenden Einsatz und die Erzeugung alternativer und regenerativer Energien. Energieeffizienz, Ökologie und Klimaschutz sind zunehmend wichtige Entscheidungskriterien.

Die Stadt führt den energie- und klimaschutzpolitischen Qualitätsmanagementprozess European Energy Award® (eea) weiter und gewährleistet so eine kontinuierliche Kontrolle und Weiterentwicklung der städtischen Aktivitäten in den relevanten Handlungsfeldern. Das Integrierte Energie- und Klimaschutzkonzept wird regelmäßig fortgeschrieben. Die Umsetzung der Maßnahmen und Ziele aus Integriertem Energie- und Klimaschutzkonzept und im Rahmen des European-Energy-Award®-Prozesses sind Grundvoraussetzungen für eine positive Entwicklung zur Erreichung der gesteckten Ziele. Hierfür wird die Stadt Echternach die erforderlichen organisatorischen und finanziellen Voraussetzungen schaffen.

Die Stadtverwaltung verhält sich energetisch vorbildlich und animiert die Öffentlichkeit zu energie- und klimaschutzbewusstem Handeln. Dies geschieht durch eine aktive Kommunikationsarbeit, Förderung und Information. Regelmäßige Kampagnen und Aktionen für die Bürger/Innen unterstützen die Bestrebungen, das Nutzerverhalten positiv zu beeinflussen. Zur Bewusstseinsbildung in der Bevölkerung und zur Aktivierung von Prozessen der Energieeinsparung sind Beratungs- und Förderangebote für die Einwohner von Echternach notwendig.

Um das Bewusstsein für den Klimaschutz bei den Kindern und Jugendlichen zu fördern, wird die Durchführung regelmäßiger Energieprojekte von der Stadt unterstützt, um bereits den Jüngsten das Verständnis für Umwelt, Energie und Klimaschutz mitzugeben.

Die Echternacher Unternehmen sollen dabei unterstützt werden ihre Entwicklungsstrategien an energetischen und ökologischen Wertmaßstäben zu orientieren.

* Rahmen bis 2030 aus „Die Europäische Union erklärt – Klimaschutz“.


 

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