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Judeum Epternacum​
Erinnerungen an die jüdische Geschichte Echternachs

 - VERANSTALTUNGSFLYER -

 

Am 27. Januar 2018, dem 72. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz, findet im TRIFOLION Echternach das Konzert zum Internationalen Holocaust Gedenktag statt. Dieses Konzert bildet den Auftakt einer besonderen Veranstaltungsreihe in Echternach – dem Judeum Epternacum. Im Rahmen verschiedener kultureller Aktivitäten, von Januar bis voraussichtlich Juni, gedenkt Echternach den Opfern des Nationalsozialismus und sensibilisiert zeitgleich die zukünftigen Generationen für die Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Aus der Arbeitsgruppe „Solidarität und Frieden“ heraus entstand gemeinsam mit der MemoShoah asbl Mitte 2016 das Projekt, an welchem nun mehr als 100 Personen, generationenübergreifend, mitwirken. Neben Vereinen werden vor allem auch junge Menschen, insbesondere Schüler, durch Aktivitäten des Lycée und der Musikschule in das Projekt eingebunden.

Die nachfolgenden Veranstaltungsdetails zeigen, dass nicht nur das Erinnern und die Aufarbeitung im Vordergrund stehen, sondern auch das Bewusstmachen dafür, dass diese Geschichte immer noch ein Bestandteil der Gegenwart ist.


 ​1. Titel: Axel Milberg liest aus Stefan Zweigs „Schachnovelle“

 

 

(Link TRIFOLION)

Genre: Literatur

Donnerstag, 18. Januar 2018, 20:00 Uhr, TRIFOLION, Atrium

Eintritt: ab 23 EUR (14 EUR ermäßigt)

Länge: 90 min. + 20 min. Pause

Partner: 

 

© Christine Schroeder 

Der vielfach ausgezeichnete Film- und Fernsehschauspieler Axel Milberg, vor allem bekannt als Kieler Tatort-Kommissar Borowski, liest aus Stefan Zweigs wohl bekanntestem Werk, der «Schachnovelle».

Die Passagiere auf dem Passagierdampfer nach Buenos Aires staunen nicht schlecht, dass es dem Erzähler gelingt, den Schachweltmeister Mirko Czentovic zu einer Partie herauszufordern, die er sodann gewinnt. Doch mit dem Spiel werden auch längst vergrabene Erinnerungen lebendig, an den Terror und seine Inhaftierung durch die Nazis, die seine seelische Gesundheit bedrohen und alte Wunden wieder aufreißen…

Über Axel Milberg:

Axel Milberg kam am 1. August 1956 in Kiel zur Welt und wuchs mit seinen beiden Geschwistern im Stadtteil Düsternbrook auf. Seine Mutter, in Rio de Janeiro geboren, war Ärztin, der Vater Anwalt und Notar.

Axel Milberg wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. der Kunstakademien in München und Berlin, mit dem Grimme Preis, dem Bayerischen Fernsehpreis und dem Norddeutschen Filmpreis. Er lebt mit seiner Familie in München.


2. Titel: Between Shade and Darkness – Das Schicksal der Juden Luxemburgs von
1940 bis 1945

 

(Link TRIFOLION)

Genre: Ausstellung

Montag, 22. Januar 2018 bis Freitag, 09. Februar 2018,

Di. und Do. 13:00 – 17:00 Uhr, TRIFOLION, Foyer

Eintritt: Frei

Sprache: Deutsch und Französisch

Partner:

 

 © MemoShoah

 Die Ausstellung, die das Schicksal der Juden in Luxemburg während des Zweiten Weltkrieges nachzeichnet, visualisiert zwei Phasen. Die erste umfasst die Zeit zwischen Mai 1940 und Oktober 1941 und behandelt die Vertreibung der Juden («judenreines Luxemburg»). Die zweite Phase beginnt Mitte Oktober und betrifft die Deportation hunderter Opfer in Ghettos, Konzentrations- und Vernichtungslager in Zentral- und Osteuropa. Sieben Deportationstransporte mit über 700 Menschen jeden Alters verlassen Luxemburg zwischen 1941 und 1943 Richtung Osten.

Zwei historische Figuren verkörpern diese beiden Phasen und dienen als Leitfaden der Ausstellung: der Rabbiner Robert Serebrenik und Alfred Oppenheimer.


 3. Titel: Concert en Mémoire des Victimes de la Shoah

 

(Link TRIFOLION)

Genre: Konzert

Samstag, 27. Januar 2018, 20:00 Uhr, TRIFOLION, Atrium

Eintritt: 15 EUR Einheitspreis

Länge: 120 min. + 20 min. Pause

Partner:

 

 

Seit 2002 gilt der 27. Januar (Der Jahrestag der Befreiung Auschwitz‘) als Internationaler Holocaust Gedenktag der Vereinten Nationen für die Opfer des Nationalsozialismus, der zeitgleich auch zukünftige Generationen aufklären und für die Verbrechen gegen die Menschlichkeit sensibilisieren möchte.

Mit einem breitgefächerten Programm an Musik jüdischer Komponisten, die im KZ umgekommen sind, und Filmmusik, die sich mit dem Genozid an den Juden beschäftigt, widmet sich Echternach mit den drei Ensembles Sachor, der Harmonie Municipale und dem Chor Ambitus der Shoah. 


4. Titel: Les Enseignants sur Scène – Ensemble Sachor

 

(Link TRIFOLION)
Genre: Konzert
Sonntag, 28. Januar 2018, 17:00 Uhr, TRIFOLION, Agora
Eintritt: 10 EUR (5 EUR ermäßigt)
Länge: 60 min.

​Partner:

 

 

© Marc Demuth

Das Konzert möchte mit seinem Programm an das Schicksal europäischer jüdischer Komponisten aus der Zeit des Nationalsozialismus erinnern. Neben Hans Krasá und Leo Smit, die in Konzentrationslagern umgebracht wurden, und Paul Ben-Haïm, einem der führenden israelischen Komponisten, werden auch Werke des niederländischen Komponisten Marius Flothuis aufgeführt. Flothuis half vielen jüdischen Musikern, sich zu verstecken und er organisierte zahlreiche Konzerte, um Geld für den Widerstand zu sammeln.

Das Ensemble wählte als Namen das hebräische Wort „sachor“ - erinnere dich. Es ist den Musikerinnen ein besonderes Anliegen, gerade der jungen Generation die Botschaft der Wachsamkeit gegenüber jeglichem Fremdenhass mitzugeben. Die Werke, aus denen Teile während der offiziellen Zeremonie am 27. Januar gespielt werden, werden in voller Länge im Konzert am Sonntag 28. Januar aufgeführt.


5. Titel: Hermann Simon liest aus: „Untergetaucht - Eine junge Frau überlebt in Berlin
1940 – 1945“

 

​(Link TRIFOLION)
Genre: Literatur
Donnerstag, 01. Februar 2018, 20:00 Uhr, TRIFOLION, Atrium
Eintritt: ab 19 EUR (11 EUR ermäßigt)
Länge: 90 min. + 20 min. Pause
Sprache: Deutsch

 

   

© Centrum Judaicum/ Foto: Anne Fischer

Partner:

Berlin 1942: Die Verhaftung durch die Gestapo steht unmittelbar bevor. Die junge Marie Jalowicz will leben und taucht unter. Über 50 Jahre danach erzählt Marie Jalowicz Simon erstmals ihre ganze Geschichte. 77 Tonbänder entstehen – sie sind die Grundlage dieses einzigartigen Zeitdokuments.

Offen und schonungslos schildert Marie Jalowicz, was es heißt, sich Tag für Tag im nationalsozialistischen Berlin durchzuschlagen: Sie braucht falsche Papiere, sichere Verstecke und sie braucht Menschen, die ihr helfen. Vergeblich versucht sie, durch eine Scheinheirat mit einem Chinesen zu entkommen oder über Bulgarien nach Palästina zu fliehen. Sie findet Unterschlupf im Artistenmilieu und lebt mit einem holländischen Fremdarbeiter zusammen. Immer wieder retten sie ihr ungewöhnlicher Mut und ihre Schlagfertigkeit – der authentische Bericht einer außergewöhnlichen jungen Frau, deren unbedingter Lebenswille sich durch nichts brechen ließ.


 6. Titel: Mitten unter uns - Die Schicksalsgeschichte der Familie Juda,
Vortrag von Henri Juda 

 

(Link TRIFOLION)
Genre: Vortrag
Dienstag, 20. Februar 2018, 20:00 Uhr, TRIFOLION, Agora
Eintritt: Frei
Länge: 70 min. (mit anschließender Diskussion)
Sprache: Deutsch

 

 

© Henri Juda

Partner:

Anhand vieler noch nie veröffentlichter Dokumente versucht der Echternacher Henri Juda auf seine besonders fesselnde Art, diese fatalen Jahre am Beispiel seiner Familiengeschichte zu beleuchten. Während beide Großmütter dem Holocaust zu Opfer fielen, seine Mutter Auschwitz überlebte, versteckte eine mutige Bauernfamilie seinen Vater während der Kriegsjahre in Befort.

Wir hören erstaunliche Geschichten von wirtschaftlichem Aufstieg, Feindschaften und Verrat, Ausgrenzung, Entrechtung, Vertreibung, Deportation und Ermordung sowie dem Versuch, in der Nachkriegsgesellschaft ein neues Leben aufzubauen, in dem Versöhnung und Vergessen, aber auch Verdrängen im Mittelpunkt standen. Ein Vortrag der nicht anklagen will, aber auch bewusst unbequemen Fragen nicht aus dem Weg geht.


7. Titel: „Yizkor – Erinnerung“, Malerei von Robi Gottlieb-Cahen
 

(Link TRIFOLION)
Genre: Ausstellung
Montag, 19. Februar 2018 bis Sonntag, 18. März 2018, Di.
und Do. 13:00 – 17:00 Uhr, TRIFOLION, Foyer
(Anwesenheit des Künstlers: 27.02. und 01.03. jeweils von 13:00 - 17:00 Uhr
und am 10.03. von 15:00 - 19:00 Uhr)
Vernissage: 20. Februar 2018, 18:30 Uhr
Eintritt: Frei

 

 

 

© Robi Gottlieb-Cahen

Partner:

Die Kunst von Robi Gottlieb-Cahen zeigt meist Portraits junger, schöner Frauen, doch haben wir es hier nicht mit lieblicher Kunst zu tun, ganz im Gegenteil: Oftmals sind die Augen geschlossen oder die Gesichter spiegeln das Leiden, den Schmerz wider. Eros und Thanatos stehen sich hier gegenüber, die zwei Pole jedes menschlichen Lebens. Geprägt von der Auseinandersetzung mit der Shoah, der Judenvernichtung, erfüllt seine Kunst vielleicht sogar eine psychotherapeutische Funktion für ihn.

Bei genauer Betrachtung stellt man fest, dass seine Malerei das Leben, nicht den Untergang, glorifiziert. Seine Werke sind für ihn eine Waffe gegen das Vergessen vergangenen Leidens und eine Transzendierung des Geschehenen.

Die dargestellten Personen werden keinem Ort zugeschrieben, aber sie sind Verbindungen, die uns Orte näherbringen. Eine Tür wird aufgestoßen und wir dringen in eine Welt ein, die voller Leben ist, auch wenn der Tod allgegenwärtig scheint.

Der Künstler eröffnet mit seinen Werken dem Betrachter einen Einblick in seine berührende Gefühlswelt.

Robi Gottlieb-Cahen arbeitet mit Acrylfarben, Tinte und Pigmenten. Er gebraucht Säuren, die das Gemalte teilweise wegätzen. Auf diesen neuen Untergrund trägt er wieder Farben auf, so dass jedes Bild aus verschiedenen, sich überlagernden Schichten, besteht.


8. Titel: „Es ist wie es ist“ nach Erich Fried (mit Shlomit Butbul & Ensemble FANDUJO)

 

(Link TRIFOLION)
Genre: Konzert
Freitag, 02. März 2018, 20:00 Uhr, TRIFOLION, Atrium
Eintritt: ab 19 EUR (11 EUR ermäßigt)
Länge: 70 min.
Sprache: Deutsch

        

© Andrea Peller

Partner:

Was ist Liebe? Was ist Liebe in Zeiten des Krieges? Was ist Mensch-sein ohne Liebe?

Die Lyrik von Erich Fried stellt diese Fragen in einer berauschend einfachen, direkten Form, und stellt sich auch der Suche nach Antworten, greift in klarer, direkter Sprache persönliche Sichtweisen auf, und trifft damit oft den Leser mitten ins Herz.

Der Komponist Joe Pinkl hat eine Reihe von Gedichten für eine außergewöhnliche Besetzung vertont und spürt die Zwischentöne und Schattierungen der Texte Frieds auf sehr subtile Weise auf, macht sie hörbar und verwebt Text und Musik zu einem neuen Ganzen. Es entstanden dabei wunderbare kammermusikalische Kleinode, die sich in ihrer stilistischen Vielfalt zu einer Kollage unterschiedlicher Liebesmomente ineinanderfügen.

Mit ihrer intensiven performativen Ausdruckskraft interpretiert die Schauspielerin und Sängerin Shlomit Butbul diese neuen Lieder und verkörpert auf der Bühne den nach Liebe suchenden, sehnenden Menschen.

In der Ausstattung von Erwin Piplits (Dir. Des ODEON Wien) und der Regie von Tania Golden bewegt sich der suchende, sehnende Mensch, dargestellt von Shlomit Butbul, durch die Innenwelten der Liebe. Die Sängerin/Darstellerin wechselt zwischen männlichen und weiblichen Positionen der Liebe. Es ergibt sich eine poetische Auseinandersetzung, die durch den Einbruch des Krieges in ihrer Existenz bedroht wird. Die Lösung aus dieser Bedrohung wird gesucht und diese Suche wird lebendig verkörpert durch den Gesang der komplexen Melodien von Joe Pinkls Vertonungen. Die Elemente, die auf der Suche gefunden werden, verbinden sich zu einem größeren Bild. Sind es nur romantische Vorstellungen, erotische Projektionen oder existenzielle Bedingung für das Lebendige? Durch die Einwirkung des Krieges relativieren sich bestimmte Konzepte. Es kann nur in einer für den ganzen Menschen gültigen Haltung enden.


9.Titel: Bau der „Reichsautobahn“ in der Eifel (1939-1941/42),
von Wolfgang Schmitt-Kölzer
 

Genre: Vortrag
Mittwoch, 07. März 2018, 20:00 Uhr, Basilika Echternach, Krypta
Eintritt: Frei
Länge: 90 min.
Sprache: Deutsch

 

 

 

 

© Wolfgang Schmitt-Kölzer

 Im Jahre 1939 begannen die Bauarbeiten an der Autobahn zwischen Koblenz und Trier. Neben deutschen Dienstverpflichteten setzten die Nazis ausländische Zivilarbeiter, Kriegsgefangene und Justizstrafgefangene als Zwangsarbeiter ein. Diese waren in ca. 50 Arbeitslagern interniert.

Im Frühjahr 1941 kam das Projekt ins Stocken, weil die meisten Zwangsarbeiter in die Rüstungsindustrie und in den Osten abgezogen wurden. Die Nazis internierten auf Anweisung von Gauleiter Simon, für den diese Autobahn ein Prestigeobjekt war, jetzt verstärkt Luxemburger in die Lager: Studenten, Beamte und Freiberufler, Justizstrafgefangene, Mitglieder der Résistance.

Im August 1941 begannen die Nazis damit, die Luxemburger Juden in einem ehemaligen Kloster in Cinqfontaines in einer Art Ghetto zu isolieren, zunächst alte und kranke Menschen. Parallel dazu erfolge die Erfassung aller arbeitsfähigen jüdischen Männer bis zum Alter von 60 Jahren zur Zwangsarbeit. 54 von ihnen zwangen die Nazis ins Autobahn-Lager Greimerath bei Wittlich. Dort mussten sie schwerste Tätigkeiten verrichten, ohne Arbeitskleidung und Arbeitsschuhe.

Unter den jüdischen Zwangsarbeiter waren einige aus dem Echternacher Raum: sie waren hier geboren, hierher emigriert bzw. geflüchtet oder hatten hier Arbeit gefunden. Im Vortrag soll diesen Menschen durch die Beschreibung ihrer Biografie ein Gesicht gegeben werden. Für die meisten von ihnen war die Zeit an der Autobahn nur die Vorhölle ihrer Deportation: Sylvain Kahn, Jakob Hirschkorn, Walter Kallmann, Herbert Plonsker, Daniel Levy, Isaak Cukier. Karl Juda, dem es gelang, aus dem Autobahn-Lager Greimerath zu fliehen, ließ sich 1950 in Echternach nieder und betrieb mit seiner Frau in Bitburg ein Bekleidungsgeschäft.

Über Wolfgang Schmitt-Kölzer:

Wolfgang Schmitt-Kölzer machte am St. Willibrord Gymnasium in Bitburg das Abitur und lebt heute in Wittlich. Studium der Politologie und Anglistik. Er war Lehrer in der beruflichen Bildung. Mehrere Buch-Veröffentlichungen zur Regionalgeschichte des Raumes Manderscheid und Wittlich. 2016 veröffentlichte er das Buch: Bau der „Reichsautobahn“ in der Eifel (1939-1941/42). Eine Regionalstudie zur Zwangsarbeit. Er ist Mitglied des Förderkreises des Emil-Frank-Instituts der Universität Trier und bei MEMOSHOAH Luxemburg.


 10.Titel: „Zwei Reisende nach Breslau“, von Dr. Steven Weinberg
mit musikalischer Begleitung des Klarinettenensembles EUTERPE

 

Genre: Literatur
Mittwoch, 14. März 2018, 20:00 Uhr, Lycée Echternach, Spiegelsaal
Eintritt: Frei
Länge: 60 min.
Sprache: Deutsch

 

 

Partner:

Sechs Mitglieder seiner Familie wurden in den Todeslagern der Nazis ermordet. Erst nach dem Tod seiner Eltern fühlte der fünfzigjährige Steven Weinberg, der mittlerweile als Biologielehrer an der Europa-Schule in Luxemburg unterrichtete und hohes Ansehen als Meeresbiologe erlangt hatte, das Bedürfnis, diese verdrängte und dramatische Vergangenheit seiner Familiengeschichte aufzuarbeiten.

So kam es zu drei Reisen nach Polen, immer den Wegen, die sein Vater zu Kriegszeiten zurückgelegt hatte, folgend: Allein im Jahr 1997, zusammen mit seinen beiden Söhnen im Jahr 2001 und 2004 mit seiner Frau.

Sein Vater Edgar wurde am 16. Februar 1944 bei einer Razzia in den Niederlanden verhaftet und über das Lager Westerbork und Theresienstadt nach Auschwitz deportiert. Es gelang ihm, die Hölle zu überleben. Sechzig Jahre später versucht nunmehr der Sohn, die dantesken Bilder seines Vaters auf die friedliche und verschneite Landschaft Polens zu projizieren.

Zwei Reisende nach Breslau, zwei Beschreibungen des gleichen Weges, mit einem Zeitintervall von einem halben Jahrhundert. Die erste Reise, von Edgar Weinberg, dem Vater, der auf wundersame Weise seine Deportation, die Lagerhaft, die Sklavenarbeit, den Todesmarsch und den heldenhaften Kriegseinsatz in den Reihen der Roten Armee auf dem Weg nach Berlin, überlebte.

Entmenschlicht und doch auferstanden.

Die zweite, Stevens Pilgerreise, minutiös den Spuren des Vaters folgend, stets begleitet von dessen Notizen.

Mehr als nur ein Zeugnis ist diese Doppelreise eine Geschichte von Liebe und Stolz, von ewigen Erinnerungen und unbeantworteten Fragen: Eine Reise mit schockierenden Momenten, die den Leser so leicht nicht mehr loslassen werden.


11. Titel: „Aschengänger: Erzählung einer langen Reise“, von Jay Schiltz


 

Genre: Literatur
Mittwoch, 21. März 2018, 20:00 Uhr, Basilika Echternach, Krypta
Eintritt: Frei
Länge: 90 min.
Sprache: Deutsch

 

© Jay Schiltz

Partner:

An was lässt sich hier die Zeit messen, an was wurde sie gemessen, damals, wenn es sie überhaupt gegeben hat. Doch, es muss sie gegeben haben, zumindest eine Zeit muss es gegeben haben. Die Zeit zu sterben. Sie war kurz, meistens, sie war lang, oft ein Leben lang. Wie viel Zeit brauchte hier der Tod, um die auferlegte Arbeit zu tun. Manchmal muss es sogar ihm gegraut haben, ansonsten hätte er nicht doch einige Zeit gelassen, mit dem Sterben, Aufschub geduldet, sich das Leben in Raten genommen.

Im Jahr 1997 organisierte der damalige Luxemburger liberale Europaabgeordnete und spätere Minister für Entwicklung Charles Goerens zusammen mit seinen Mitarbeitern eine erste Gedenkreise nach Auschwitz.

Über 120 Jugendliche aus Luxemburger Lyzeen nahmen an dieser Reise teil, in den kommenden Jahren werden viele Hundert hinzukommen. Mit dabei auf diesen Reisen sind auch immer Auschwitz-Überlebende, die vor Ort den jungen Menschen von ihren Erlebnissen erzählen und in stundenlangen Gesprächen geduldig alle Fragen beantworten.

Inzwischen werden diese Reisen von der Organisation »Les Témoins de la deuxième Génération – Zeugen der zweiten Generation« organisiert.

Aus dem Erlebten und Erzählten entstand die Erzählung Aschengänger.

Über Jay Schiltz:

Jay Schiltz, Jahrgang 1958, arbeitete als Journalist bei RTL Luxemburg und Radio 100,7, dem öffentlich-rechtlichen Radio in Luxemburg. Schreibt fürs Theater und ist er als Autor für das politische Kabarett tätig und tritt mit eigenen Programmen auf.

Seit dem Jahr 2000 begleitet er immer wieder Schüler auf Studienreisen nach Auschwitz. Jay Schiltz ist Vize-Präsident der Vereinigung „Témoins de la deuxième Génération“


12. Titel: „Son of Saul“, László Nemes
 

Genre: Film
Donnerstag, 19. April 2018, 20:15 Uhr, Ciné Sura Echternach
Eintritt: 6 EUR
Länge: 117 min.
Sprache: Ungarisch (frz. und engl. Untertitel) – Änderungen unter Vorbehalt

 

Partner:

 

 Oktober 1944, Auschwitz-Birkenau. Saul (Géza Röhrig) ist Ungar und arbeitet im Sonderkommando einer Gruppe Juden, die den Nazis assistieren muss. Bei der Arbeit entdeckt Saul die Leiche eines Jungen, in dem er seinen Sohn zu erkennen glaubt. Als das Sonderkommando eine Rebellion plant, wagt Saul das Unmögliche: Er will den Leichnam vor der Schändung bewahren, einen Rabbiner finden, der das Kaddisch der Trauernden betet und seinem Jungen eine angemessene Bestattung ermöglicht. Erschütterndes, hochgelobtes und mit dem Oscar® sowie dem Emmy® (beides für „Bester fremdsprachiger Film“) ausgezeichnetes Spielfilmdebüt des 38-jährigen ungarischen Regisseurs Lászlo Nemes. Die Kamera, die Saul auf Schritt und Tritt folgt, und die eindringlichen Toneffekte lassen den Zuschauer mit ihm durch die Hölle gehen - aber auch verstehen, dass er alles tut, um einen Funken Menschenwürde unter unwürdigsten Bedingungen aufrecht zu erhalten. Ein schmerzhafter, wichtiger Film gegen das Vergessen.


 13. Titel: „Nuit et brouillard“, Alain Resnais  

 

Genre: Film
Donnerstag, 26. April 2018, 20:15 Uhr, Ciné Sura Echternach
Eintritt: 6 EUR
Länge: 32 min.
Sprache: Französisch (ohne Untertitel) – Änderungen unter Vorbehalt

 

Partner:

 

„Nuit et brouillard“ (Nacht und Nebel) ist der erste Dokumentarfilm nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges über die Vernichtungslager, insbesondere auch das KZ Auschwitz, und den Holocaust in der Zeit des NS-Regimes. Er ist einer der wichtigsten filmischen Werke über die deutschen Konzentrationslager. Mit größter stilistischer Zurückhaltung wird eine Darstellung des Grauens erarbeitet, in der die zeitgenössische Wirklichkeit von Auschwitz/Birkenau mit den Dokumenten der Alliierten (Wochenschau-Bilder) konterkariert wird. Ein Film aus der Erinnerung des Nichtschilderbaren heraus: Er antizipiert die Unmöglichkeit, den Holocaust zu dramatisieren und desavouiert alle wohlfeilen Versuche, die Geschichte dieser Monstrosität zu erzählen Der Film wurde 1955 von Anatole Dauman produziert. Regie führte Alain Resnais. Die Filmmusik komponierte Hanns Eisler. 


 14. Titel: „Hannah Arendt“, Margarethe von Trotta 

Genre: Film
Donnerstag, 03. Mai 2018, 20:15 Uhr, Ciné Sura Echternach
Eintritt: 6 EUR
Länge: 108 min.
Sprache: Deutsch (ohne Untertitel) – Änderungen unter Vorbehalt

 

Partner:

 

Als Hannah Arendt 1961 in Jerusalem den Gerichtssaal betritt, um für den renommierten The New Yorker über den Prozess gegen den Nazi-Verbrecher Adolf Eichmann zu berichten, erwartet sie, auf ein Monster zu treffen. Stattdessen erlebt sie einen Niemand. Die geistlose Mittelmäßigkeit Eichmanns passt nicht zum abgrundtief Bösen seiner Taten. Dieser Widerspruch beschäftigt Hannah Arendt sehr. Zurück in New York liest sie hunderte Prozessakten, recherchiert, diskutiert mit ihrem Mann Heinrich Blücher und ihren Freunden. Ab Februar 1963 erscheint unter dem Titel „Eichmann in Jerusalem“ ihre Artikelserie im The New Yorker. Mit ihrer These von der „Banalität des Bösen“ schockiert Arendt die Welt. Die Reaktionen sind verheerend und niederschmetternd. Hannah Arendt wird geächtet, angefeindet, verliert lebenslange Freunde. Das Unverständnis einiger ihrer Freunde trifft sie hart, weniger die Hetzkampagnen, die zahlreiche Medien entfachen. Dennoch bleibt sie konsequent bei ihrer Haltung, sie kämpft und scheut keine Auseinandersetzung, wenn es um für sie so wichtige Themen wie Totalitarismus und Macht geht. Denn sie will verstehen. Auch wenn das bedeutet, „dahin zu denken, wo es weh tut“.


15. Titel: „The Pianist“, Roman Polanski

 

Genre: Film
Donnerstag, 17. Mai 2018, 20:15 Uhr, Ciné Sura Echternach
Eintritt: 6 EUR
Länge: 143 min.
Sprache: Französisch (ohne Untertitel) – Änderungen unter Vorbehalt

 

Partner:

 

Warschau 1939: Mit dem Einmarsch der Deutschen in Polen beginnt auch für den gefeierten polnisch-jüdischen Pianisten Wladyslaw Szpilman die Zeit des Leids. Tagtäglich wird er Zeuge unerträglicher Demütigung und Brutalität. Nur mit viel Glück und dank der Hilfe des polnischen Untergrunds konnte er der Todesfalle des Warschauer Ghettos entkommen. Voller Angst irrt er allein durch die Stadt, die sich inzwischen in eine leblose, erschütternde Ruinenlandschaft verwandelt hat. Eines Tages entdeckt ihn ein Offizier der deutschen Wehrmacht, der sein Schicksal verändern wird...


 16. Titel: Vortrag Germaine Goetzinger: „Déi éischt Iechternacher Festspiller vun 1935“
mit musikalischer Umrahmung von André Mergenthaler

 

 © Germaine Goetzinger                                                                           © Gery Oth

(Link TRIFOLION)
Genre: Vortrag/ Konzert
Donnerstag, 29. Mai 2018, 20:00 Uhr, TRIFOLION, Agora
Eintritt: Frei
Länge: 110 min.
Sprache: Luxemburgisch

Partner:

Vom 30. Juni bis 25. August 1935 haben im Abteihof die ersten Echternacher Festspiele stattgefunden. Die Initiative ging von der „Komödie“ aus, einer 1934 gegründeten, professionellen Theatergruppe jüdischer Emigranten. Auf dem Programm standen Opern, Theaterstücke und ein Bach-Händel-Konzert. Besonders großen Erfolg hatten die Theaterstücke „Jedermann“ von Hugo von Hofmannsthal, „Faust I“ und „Iphigenie“ von Johann Wolfgang von Goethe, aber auch „Griselinde“ von Nikolaus Welter. Der Vortrag handelt vom Versuch, Echternach zu einer Festspielstadt wie Salzburg zu machen, beschreibt aber auch das traurige Ende eines hoffnungsvollen Projekts.

Die Veranstaltung wird musikalisch vom bekannten luxemburgischen Cellisten André Mergenthaler begleitet, der auf virtuose Art und Weise aus verschiedenen Musikstilen, von Klassik bis hin zu Jazz und Pop, improvisiert.


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